Achtung Abmahnfalle: Kostenfreie Bilder lizenzkonform nutzen!

Feine Sache: Im Internet finden sich Millionen hochwertiger Bilder und Grafiken, die man kostenlos für eigene Zwecke nutzen darf – zum Beispiel zur Illustration von Blogbeiträgen, Präsentationen oder Websites.

Problem dabei: Bloß weil diese Bilder tantiemen- oder vergütungsfrei („royalty free“) sind, heißt das noch lange nicht, dass sie auch lizenzfrei sind. Sind sie nämlich in aller Regel nicht: Für die weitaus meisten dieser Bilder ist die Art der gestatteten Nutzung genau vorgeschrieben. So stehen sehr viele freigegebene Bilder – aber auch andere Inhalte wie Texte, Musikdateien oder Videos – unter einer sogenannten  Creative Commons-Lizenz, auf die bei Verwendung des jeweiligen Bildes hingewiesen werden muss.

Vorgaben genau beachten – sonst kann es teuer werden

Wer sich nicht an diese Vorgaben hält, sondern ein Bild anders nutzt, als die entsprechende Lizenz es erlaubt, muss mit einer Abmahnung durch den Urheber bzw. dessen Anwälte rechnen. Das kann richtig teuer werden. Und auch ein fehlender oder nicht korrekt formulierter Lizenzhinweis ist ein Verstoß gegen die erteilte Lizenz und kann abgemahnt werden.

Leider ist es relativ einfach, bei der Referenzierung von Creative Commons-Lizenzen aus Versehen oder weil man’s schlicht nicht besser weiß, Formfehler zu machen  – gefundenes Fressen für entsprechend spezialisierte Abmahn-Anwälte, die nur danach lechzen, fette Gebühren einzutreiben. Wie solche Abmahn-Netzwerke funktionieren, ist sehr schön in einem Artikel von netzpolitik.org beschrieben.

Creative Commons: Wer oder was ist das überhaupt?

Creative Commons (CC) ist eine Non-Profit-Organisation, die in Form vorgefertigter Lizenzverträge eine Hilfestellung für Urheber zur Freigabe rechtlich geschützter Inhalte anbietet.

Aktuell bietet CC sechs verschiedene Standard-Lizenzverträge an, die bei der Verbreitung kreativer Inhalte genutzt werden können, um die rechtlichen Bedingungen festzulegen. Außerdem gibt es die sogenannte Creative Commons Public Domain Dedication CC0 (auch als CC Zero bekannt), auf die ich weiter unten näher eingehe

CC ist bei allen Lizenzmodellen selber weder als Verwerter noch als Verleger von Inhalten tätig und ist auch nicht Vertragspartner von Urhebern und Rechteinhabern, die ihre Inhalte unter CC-Lizenzverträgen verbreiten wollen.

Die CC-Lizenzverträge werden also von den Urhebern übernommen und in eigener Verantwortung verwendet – um gegenüber jedermann klarzustellen, was mit den Inhalten ihrer Webseiten geschehen darf und was nicht. Wenn man etwas Routine entwickelt hat, erkennt man bereits an der Bezeichnung der jeweiligen Lizenz, was die wichtigsten Bedingungen bei der Nutzung des Inhalts sind.

Die sechs CC-Lizenzen

CC BY: Namensnennung

(„by“ = „von“)

  • Erlaubt: Teilen, vervielfältigen, weiterverbreiten, bearbeiten, remixen, verändern – für beliebige Zwecke, auch kommerziell.
  • Bedingungen: Angemessene Urheber- und Rechteangaben; Link zur Lizenz (bei Print: Angabe der URL); Angabe, ob Änderungen vorgenommen wurden.

CC BY ND: Namensnennung / keine Bearbeitung

(„by“ = „von“; nd = no derivate = keine Bearbeitung)

  • Erlaubt: Teilen, vervielfältigen, weiterverbreiten – für beliebige Zwecke, auch kommerziell.
  • Nicht erlaubt: bearbeiten, remixen, verändern
  • Bedingungen: Angemessene Urheber- und Rechteangaben; Link zur Lizenz (bei Print: Angabe der URL).

CC BY NC: Namensnennung / nicht kommerziell

(„by“ = „von“; nc = non commercial)

  • Erlaubt: Teilen, vervielfältigen, weiterverbreiten, bearbeiten, remixen, verändern – für beliebige private Zwecke.
  • Nicht erlaubt: Kommerzielle Nutzung
  • Bedingungen: Angemessene Urheber- und Rechteangaben; Link zur Lizenz (bei Print: Angabe der URL); Angabe, ob Änderungen vorgenommen wurden.

CC BY NC ND: Namensnennung / nicht kommerziell / keine Bearbeitung

(„by“ = „von“; nc = non commercial; nd = no derivate = keine Bearbeitung)

  • Erlaubt: Teilen, vervielfältigen, weiterverbreiten – für beliebige private Zwecke.
  • Nicht erlaubt: Kommerzielle Nutzung; bearbeiten, remixen, verändern
  • Bedingungen: Angemessene Urheber- und Rechteangaben; Link zur Lizenz (bei Print: Angabe der URL)

CC BY NC SA: Namensnennung  / nicht kommerziell / gleiche Bedingungen

(„by“ = „von“ nc = non commercial; sa = share alike)

  • Erlaubt: Teilen, vervielfältigen, weiterverbreiten, bearbeiten, remixen, verändern – für beliebige private Zwecke.
  • Nicht erlaubt: Kommerzielle Nutzung

Bedingungen: Angemessene Urheber- und Rechteangaben; Link zur Lizenz (bei Print: Angabe der URL); Angabe, ob Änderungen vorgenommen wurden; bei Bearbeitungen / Veränderungen: Weiterverbreitung nur unter derselben Lizenz wie das Original

CC BY SA: Namensnennung / gleiche Bedingungen

(„by“ = „von“ ; sa = share alike)

  • Erlaubt: Teilen, vervielfältigen, weiterverbreiten, bearbeiten, remixen, verändern – für beliebige Zwecke, auch kommerziell.
  • Bedingungen: Angemessene Urheber- und Rechteangaben; Link zur Lizenz (bei Print: Angabe der URL); Angabe, ob Änderungen vorgenommen wurden; bei Bearbeitungen / Veränderungen: Weiterverbreitung nur unter derselben Lizenz wie das Original

CC0 – in die Gemeinfreiheit entlassen

Wer seine Fotos oder Bildwerke mit der CC0- oder CC Zero-Lizenz verknüpft, entlässt sein Werk damit in die Gemeinfreiheit (Public Domain) und verzichtet weltweit auf alle urheberrechtlichen und verwandten Schutzrechte, soweit das gesetzlich möglich ist. Rechte, die andere Personen an dem betreffenden Werk geltend machen können, zum Beispiel Öffentlichkeitsrechte oder das Recht auf Schutz der Privatsphäre, werden von CC0 nicht angetastet. Das heißt: Auch wenn die CC0-Lizenz manche Erleichterungen mit sich bringt, stellt sie keinen absoluten Schutz vor Abmahnungen und Schadenersatzforderungen dar.

Eingebettete Meta-Daten

Welche CC-Lizenz genau der Rechteinhaber jeweils für sein Bild (oder bzw. Grafik / mp3-Datei, Video, Text etc.) ausgewählt hat, erschließt sich aus den Meta-Angaben, die in die Datei eingebettet sind. Dadurch können Nutzer weltweit – aber auch Suchmaschinen und Browser – genau erkennen, was mit den so markierten Inhalten geschehen darf und was nicht.

Lizenzkonforme Angaben machen

Unabhängig von der jeweiligen Lizenz-Variante: Bei jeder Nutzung eines Bildes, das unter einer CC-Lizenz steht, muss der Urheber genannt und ein Link zu der betreffenden Lizenz gesetzt (bzw. die URL der Lizenz genannt) werden, und zwar im direkten Kontext des Bildes.

Es reicht also nicht aus, zum Beispiel ganz am Schluss eines Blogbeitrags in der Art eines „Bildnachweises“ sämtliche Lizenzhinweise zu versammeln.

Sinnvoll ist es vielmehr, diese Pflichtangaben immer in die Bildunterschrift einzufügen. Hier ein Beispiel:

Beliebter Treffpunkt in Hannover: Die Kröpcke-Uhr. Lizenzhinweis: Pedelecs at wikivoyage shared, Hannover Kröpcke-Uhr 545-dh, CC BY-SA 3.0 [Link: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de]

Beliebter Treffpunkt in Hannover: Die Kröpcke-Uhr. Lizenzhinweis: Pedelecs at wikivoyage shared, Hannover Kröpcke-Uhr 545-dh, CC BY-SA 3.0

Auf keinen Fall vergessen: Den Link zum Lizenztext!

Bedingt hilfreich: Der Lizenzhinweisgenerator

Wie das Beispiel zeigt, kann es manchmal ein bisschen nervig sein, die Lizenzhinweise so korrekt zu formulieren, dass auch der windigste Abmahnanwalt keine Chance mehr hat. Deshalb hat Wikimedia Deutschland einen Lizenzhinweisgenerator  entwickelt, der den lizenzkonformen Umgang mit freigegebenen Inhalten einfacher machen soll. Kleine Einschränkung (leider): Die Anwendung funktioniert nur für Bilder aus der Wikipedia und dem freien Medienarchiv Wikipedia Commons.

Doch immerhin, nützlich ist der Lizenzhinweisgenerator allemal. Und da unter Wikipedia Commons mittlerweile mehr als 30 Millionen freigegebene Bilder und andere Medien zur Verfügung stehen, wird sich hier für fast jeden Zweck schon ein passendes Motiv finden und komfortabel und lizenzkonform nutzen lassen.

So funktionierts:

  • URL des gewünschten Wikipedia Commons-Bildes im Generator eingeben
  • Fragen zur beabsichtigten Nutzung per Mausklick beantworten; Lizenzhinweis wird erstellt
  • Lizenzhinweis als plain text oder html-formatiert kopieren und (am besten als Bildunterschrift oder Teil davon) in die Veröffentlichung einsetzen.

Nützlich: Openverse und Unsplash

  • Openverse ist ein Open-Source-Projekt und ermöglicht die komfortable Bilddatensuche unter Millionen Motiven, die unter einer Creative Common-Lizenz stehen.
  • Unsplash ist eine Bilddatenbank für frei verwendbare hochauflösende Fotos. Gewährt wird eine unwiderrufliche, nicht ausschließliche, weltweite Urheberrechtslizenz zum kostenlosen Herunterladen, Kopieren, Ändern, Verbreiten, Aufführen und Verwenden von Fotos, auch für kommerzielle Zwecke, ohne Erlaubnis oder Nennung des Fotografen oder von Unsplash.

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